Bereits vor Jahrzehnten bildeten sich in der Church of England Formen gemeindlichen Lebens, welche die Grenzen der Ortsgemeinden überschritten. Dies führte zur Frage, wie diese neuen Formen zu bewerten sind. Zunächst wurden sie als Unterstützung der Ortsgemeinden angesehen. Mehr und mehr aber wuchs die Erkenntnis, dass es um mehr geht als das: Es geht um wechselseitige Ergänzung und Vernetzung miteinander. Denn in einer pluralen Gesellschaft braucht es plurale Formen. Neue und alte Formen sind daher als gleichwertig zu würdigen. In der Folge wurden neue gemeindliche Ausdrucksformen (sogenannte Fresh Expressions of Church ) in der Church of England offiziell anerkannt und bewusst gefördert, genauso wie die klassischen Ortsgemeinden. Mittlerweile gibt es hunderte Fresh Expressions in ganz England. Und tatsächlich: In den Fresh Expressions finden Menschen einen Ort, die in keiner Ortsgemeinde vorkommen. Es finden Menschen einen Zugang zum Glauben, die vorher wenig bis nichts damit anfangen konnten. Sie erleben Kirche und Glaube als relevant für ihr Leben.
Immer wieder kam und kommt in den Zusammenhang die Frage auf, wie man sich das vorstellen soll: Eine kirchliche Organisation mit vielen verschiedenen Formen gemeindlichen Lebens? Der ehemalige Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, prägte zunächst die Metapher Mixed Economy of Church (kirchliche Mischwirtschaft). In der Folge aber wurde deutlich, dass Bezüge zur Ökologie und damit zum Schöpfer das Anliegen besser treffen und häufig anschlussfähiger sind. So kam die Wendung Mixed Ecology Church in Gebraucht.
- Wollen Sie mehr zu den Hintergründen erfahren? Hier finden Sie einen Aufsatz von Prof. Dr. Sabrina Müller.